Mein 10jähriger Sohn findet:Ein sehr gelungenes Buch! Schon am Anfang komme ich ganz nah die Charaktere ran, ohne, dass es 10 Seiten Figurenbeschreibungen gab (die finde ich nämlich immer langweilig) und trotzdem konnte ich sie mir total gut vorstellen. Und ich konnte bei den Jungen später auch noch viele weitere Aspekte entdecken. Die Freundschaft zwischen Nico, Gonzo und Poldi gefiel mir so richtig gut. Ich hätte jetzt nicht wie die Jungs versucht den Panther zu fangen, um die Belohnung zu bekommen, aber trotzdem fand ich die Geschichte toll! Und am allercoolsten war der Panther. Das waren so richtig Gänsehautmomente.Meine Erwachsenen-Meinung:Tino Schrödl hat hier eine wirklich gelungene Abenteuergeschichte geschrieben, bei der mir besonders gefällt, dass sie – obwohl das mit dem Panther auf den ersten Blick etwas größer als das „echte Leben“ wirkt – wirklich auch Kinder heute erleben könnten. Diese Mischung von Realität und dem Quentchen Magie hat uns sehr in ihren Bann gezogen, besonders, wenn der Panther auftauchte.In „Als wir einen Panther fangen wollten und dabei etwas viel Größeres fanden“ steht die Jungsfreundschaft im Vordergrund und außer zwei erwachsenen weiblichen Figuren sind die Kinder alle Jungen. Ich achte ja immer auf weibliche und/oder queere Repräsentanz, da es in der Buchlandschaft, immer noch zu wenig Mädchenfiguren gibt, aber dann doch auch zu wenig realitätsnahe Jungsfiguren gibt. Hier finde ich die Jungslastigkeit allerdings in Ordnung, weil sie viel Identifikationspotential für Jungen gibt, die leider viel wenig lesen. Zudem ist das Buch weiter ein Kinder- und nicht ein Jungenbuch (und wird zum Glück erst recht nicht als solche vermarktet). Nico ist als Hauptprotagonist sehr reflektiert und ein guter Beobachter. Und er macht sich Gedanken über seine Gefühle. DasDer Sprachrhythmus lässt sich richtig gut vorlesen. Und so hatten wir beim gemeinsam Lesen nochmal extra Spaß.Zwei Kritikpunkte habe ich: Die Konfliktlösungen sind nicht immer gewaltfrei und auch Mobbing spielt eine Rolle. Das ist gut und realitätsnah geschildert, nur die vorgeschlagenen Lösungen sind nicht so ideal, wie ich das aus der Beschäftigung mit dem Thema kenne. Da könnten sich Kinder alleine gelassen fühlen. Und das Auto für seine Mutter als großes Ziel, war mir zu autozentriert gedacht. Da wird besonders deutlich, wenn der Mehrverdienst durch das Auto durch dessen Kosten locker übersteigt werden wird. Das bringt mich aber zu einem weiteren Pluspunkt des Buches.Besonders berührt hat mich, wie Schrödel das Thema Armut und Klassismus thematisiert – und dass eben die drei Freunde dadurch nicht getrennt werden. Gleichzeitig beschönigt das Buch diese Realität nicht.Fazit:Ein tolles Kinderbuch ab ca. 10 Jahren, den der titelgebende Panther und die sensible Schilderung der Charaktere besonders machen. 4,5 Sterne, die wir aufrunden.